Der Aal ist eine ganz besondere Fischart, was am Lebensstil und spätesten bei der Fortpflanzung bemerkbar wird. Man spricht auch von der Reise der Aale. Aale finden sich in den verschiedensten europäischen Gewässern wieder. Hierbei gibt es Gewässerarten, die von den Aalen durch eigenes Zutun besiedelt werden und Gewässer, die lediglich durch Besatzmaßnahmen über einen gewissen Aalbestand verfügen. Der Aal ist jedoch ein Wanderfisch, der in seinem Leben, wenn es der Lebensraum zulässt, quasi 2 Mal auf eine große Reise geht. Er wird auch als ein katadromer Wanderfisch bezeichnet. Um es kurz vorweg zu nehmen, wird der Aal eine seiner Reisen als Jungtier aus dem Meer kommend beginnen, und seine zweite und zugleich letzte Reise als erwachsener Fisch dorthin zurück kehrend beenden.

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Der Aal zieht als Jungtier in die Küstenregion, und besiedelt anschließend alle Gewässer und Gewässerregionen, die er von dort aus auch erreichen kann. Dazu zählen Brackwasserregionen, fließende und stehende Binnengewässer, große Ströme und Flüsse, sowie Seen und kleinere Bäche und mit anderen Fließgewässern verbundene Teile, die er aus dem Meer irgendwie erreichen kann. Die Aale ziehen als Jungtiere mit dem Golfstrom aus der Sargassosee im westlichen Atlantik gen Europa und Nordafrika. Ihr Einzugsgebiet erstreckt sich dabei von der westeuropäischen Atlantikküste über das gesamte Mittelmeer, über die Nord und Ostsee bis hin zu den Küstengebieten Skandinaviens und südlich gesehen zu den kanarischen Inseln. Die westliche Grenze bilden die Bermudas und die östliche Grenze das Schwarze Meer.

Aber nicht alle Aale beginnen die Flüsse ins Inland hinein zu wandern, ein gewisser Teil bevorzugt es, im Meer zu leben. Dies geschieht oft im Mündungsbereich großer Flüsse, wo es ein reichhaltiges Nahrungsangebot für die Aale gibt. Der Großteil der Artgenossen verteilt sich wie gesagt, auf die verschiedensten Gewässerarten. Selbst in kleinen Tümpeln oder Weihern sind schon Aale gefunden worden. Jedoch sind dies keine idealen Lebensbedingungen für den Aal. Er benötigt genügend Sauerstoff, da er ein grundnah lebender Fisch ist.

Aale bevorzugen Lebensräume, in denen sie sich gut verstecken können. Sowohl schlammige als auch Gewässer mit hartem Untergrund und viel Unterwasserstrukturen liebt der Aal. Er ist ein Räuber, der die Nacht und die Dämmerung liebt. Denn erst dann verlässt er meist sein Versteck, um auf Beutezug zu gehen. Im Großen und Ganzen ist der Aal ein Fisch, der sehr stark gefährdet ist. Schuld daran sind Überfischung vor allem der Fische im Jugendalter. Als Glasaale werden sie zu Millionen gefangen und gelten in China beispielsweise so als Delikatesse. Der natürlichen Reise der Aale sind aber auch andere Störfaktoren im Wege. Hierzu gehören Verbauung durch Wehranlagen und anderer Gewässerhindernisse. Vor allem Kraftwerksturbinen haben in der Vergangenheit einen erheblichen Schaden bei ein- oder abwandernden Fischen angerichtet. In diesem natürlichen Fortpflanzungszyklus dürften nach verschiedenen Meinungen nur ca. 1% der Aale es schaffen, sich in der Sargassosee fortzupflanzen aus der sie stammen.

 

Die Merkmale des Aals

Der Aal hat einen schlangenartigen Körper der langgestreckt ist. Der Aal besitzt einen Flossensaum am Rücken, der aus der Rücken-, Schwanz- und Afterflosse zusammengesetzt ist. Die einzigen Flossen, die wie bei anderen Fischen auch als solche ausgebildet sind, sind die kleinen hinter seinem Kopf befindlichen Brustflossen. Der Aal besitzt eine sehr große schleimige Hautschicht. Unter dieser sind kleine tiefsitzende Schuppen vorhanden. Der Aal besitzt ein oberständiges Maul, das mit kleinen Raspelzähnen besetzt ist. Generell werden Aale in zwei Formen unterschieden. Sie werden in die Gattung der Spitzkopfaale (Sammler) und in die Gattung des Breitkopfaales (Jäger) unterschieden. Zu welcher Gattung sich ein Aal entwickelt, hängt mit der ersten Nahrungsaufnahme zusammen. Wenn die Tiere im Jugendalter das Stadium des Gelbaales erreicht haben, und die Flüsse hinaufsteigen und das erste Mal fressen, wird sich diese Gattung je nach Nahrungsaufnahme und Nahrungsangebot ausbilden. Spezialisieren sie sich auf größere Beute wie Fische, Frösche oder andere werden sie zu Jägern. Ernähren sie sich von Kleinstlebewesen wie Schnecken, Wasserlarven oder anderen Krabbeltieren, werden sie zu Sammlern heranwachsen. Die Färbung der Aale variiert stark nach dem Lebensstadium, in dem sie sich gerade befinden. So sind geschlechtsreife Aale am Rücken von dunkelgrün bis tiefschwarz gefärbt. Der Bauch der Aale wirkt eher silbrig. Bei Tieren, die noch nicht geschlechtsreif sind, ist der Rücken eher dunkelgrün bis dunkelbraun ausgeprägt. Die Bauchseite kann gelblich, weißlich oder goldfarben sein. Aale können enorme Größen erreichen. Ausgewachsene Weibchen können locker 1,50m erreichen. Dabei können Gewichte um die 7 kg auftreten. Die Männchen hingegen werden selten größer als 60cm. Die Männchen werden zwischen dem 6. und 9. Lebensjahr geschlechtsreif, die Weibchen hingegen erst nach dem 12. und 15. Lebensjahr. In diesem Alter, wenn sie sich auf den Weg zurück ins Meer begeben, werden sie als Blankaale bezeichnet und ihre Färbung ändert sich erneut. Hierbei ist der Aal oft sehr kontrastreich gefärbt. Das heißt, sein Bauch ist oft rein weiß, während der Rücken sehr dunkel gefärbt ist.

Eine weitere Besonderheit der Aale findet man in ihren sehr unterschiedlich ausgeprägten Sinnesorganen. Während der Aal sehr kleine Augen besitzt, mit denen er ziemlich schlecht sehen dürfte, sind sein Geruchssinn sowie sein Geschmackssinn phänomenal ausgebildet. Die Aale sind zu sogenanntem stereoskopischen Riechen in der Lage. Im Detail sieht das folgendermaßen aus. Die Nasenöffnung des Aales besteht aus zwei kleinen Röhrchen, mit welchen sie in der Lage sind, die Richtung, aus der Geruchs- und Geschmacksstoffe kommen, sehr präzise zu bestimmen. Tests haben gezeigt, dass Aale in der Lage sind, Stoffe die in einem Tropfen enthalten sind, verdünnt mit einer 25 fachen Menge an Wasser des Bodensees vermengt heraus zu riechen. Aale sind somit fähig, einzelne Moleküle zu riechen und zu schmecken. Weiterhin verfügt der Aal über ein extrem gut ausgebildetes Seitenlinienorgan, mit dem er Erschütterungen und andere Bewegungen im Wasser wahrnehmen kann.

Fortpflanzung beim Aal

Die erst nach Jahren geschlechtsreif gewordenen Aale beginnen nun in den Monaten von Juli bis Oktober mit ihrer 2. und zugleich letzten Reise in Richtung ihrer Laichgründe. Diese sind die Gründe der Sargassosee im Westatlantik, in denen sie auch geboren wurden. Durchschnittlich dürften die Aale je nach Aufbruchsort dabei durchschnittlich zwischen 4.000 und 7.000 km zurücklegen, um an ihrem Ziel anzukommen. Erstaunlich genug ist es, dass sie diese Strapazen auf sich nehmen, noch faszinierender ist es, wie sie sich dabei orientieren. Die Aale haben nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die Fähigkeit, sich dabei am Erdmagnetfeld und an den Mondphasen zu orientieren. Weiterhin nutzen sie Strömungen und den Unterschied von Wassertemperaturen, um auf dem richtigen Kurs zubleiben. Auf ihrem Weg ins Meer nehmen die Aale keine Nahrung mehr auf. Sie werden auf dieser Reise als Blankaale bezeichnet. Ihre Körperfarbe wechselt ein letztes Mal.

Die Problematik besteht darin, dass viel zu wenige Aale den Weg zurück in die Sargassosee finden. Der Teil von ihnen, der es schafft, ist nun am Ende der 2. Reise und zugleich am Ende ihres Lebens angekommen. Die Aale werden nach dem Ablaichen in der Sargassosee sterben. Wie das Laichgeschäft im Detail aussieht, konnte von Forschern noch nicht live verfolgt werden.

Was man allerdings weiß, ist wie es mit den Jungtieren im Kreislauf des Lebens weitergeht. In einer großen Gewässertiefe findet man Anfang April zunächst die noch in einem sehr kleinen Stadium befindlichen Jungtiere.

Diese Leptocephalus Larven mit sehr kleinen Köpfen und dennoch schon bezahnten Kiefern sowie einer Körperlänge von ca. 5mm halten sich zunächst dort auf. Ab dem Schlüpfen beginnt die Reise mit der Strömung, die ca. 3 Jahre dauern wird Richtung der Küstengebiete von Europa. Das zweite Stadium der Larven nennt sich das Weidenblattstadium, denen der Körper der Aale jetzt sehr ähnelt. In diesem Stadium ernähren sie sich bereits von Plankton.

Mit dem Golfstrom treibend nähern sie sich also den Küstengebieten. Nach fast drei jähriger Reise beginnen die Aale sich erneut in ein anderes Aussehen zu verwandeln. Sie beginnen sich vor Ankunft an den Küstengewässern in Glasaale zu verwandeln. Ihr Aussehen ist dabei noch farblos und transparent. Sie haben in dieser Zeit eine Größe von etwa 6,5 cm erreicht. Ihr Körper selbst verwandelt sich in seiner Form erneut. Er wird kürzer und dreh-rund. In dieser Phase nehmen die jungen Aale keine Nahrung auf. Ist diese Körperveränderung vollzogen, halten sich die jungen Aale die ersten Jahre in der Küstenregion auf.

Das Wachstum kann in dieser Zeit stark variieren und hängt doch sehr von den vorherrschenden Nahrungsangeboten und Umweltbedingungen ab.

Nach dieser Zeit entwickeln sich die Aale erneut weiter und kommen in das sogenannte Stadium der Gelbaale. In dieser Phase entwickeln sich die Schuppen sowie die Augen der Aale, sie erhalten das typische Aussehen eines Aales, was die Körperform angeht. Wegen ihrer gelblichen Farbe spricht man jetzt auch von Gelbaalen.

Ebenfalls sind alle Sinnesorgane jetzt weitgehend ausgeprägt. Als Gelbaale oder auch Steigaale beginnen die jungen Tiere nun mit ihren Wanderungen über die Flüsse ins Landesinnere und verteilen sich für ihr Dasein auf die verschiedensten Gewässer um ihr Leben zu leben, bis sie es auf ihrer Reise zurück ins Meer ihren Eltern gleichtun werden.

Angeln auf Aal

Aale lassen sich mit verschiedenen Methoden fangen. Hierzu gehören Methoden, die sich doch sehr von der Art, mit der man andere Fische überlisten kann, unterscheiden. Ich möchte zunächst einige Methoden nennen, die mittlerweile jedoch verboten oder nur stellenweise noch begrenzt eingesetzt werden.

Vor allem in früheren Jahren hat man versucht, die Aale damit zu fangen. Hierzu gehört beispielsweise die Aalharke, womit man versucht hat, in sehr flachen Uferbereichen die Fische einfach aufzuspießen. Diese Aalharke ist im 19. und frühen 20. Jahrhundert zum Einsatz gekommen. Weiterhin lassen sich Aale mit Reusen, die wie Körbe aussehen und mit einem Köder bestückt sein können, fangen. Die Aale können auf der einen Seite hinein schwimmen und schaffen es aber nicht mehr, dort herauszukommen.

Auch besteht die Möglichkeit, dass Aale mit Schleppnetzen gefangen werden können. Um ein paar weitere Methoden aufzuzählen, gäbe es da die Elektrofischerei, das Aalschokkern, das Fangen mit der Aalglippe und dem Plumperstock, oder das Pöddern. Das Pöddern ist eine Methode, die heutzutage, wo erlaubt, auch noch sehr erfolgreich praktiziert wird. Hierbei verwendet man einen Stock oder einen Stab, an dessen Ende ein Knäul aus Fäden mit vielen Würmern aufgezogen, bestückt im Flachwasserbereich angeboten wird. Die Aale verbeißen sich in diesem Schnurknäul mit Würmern und bleiben mit ihren kleinen Zähnen darin so hängen, dass man sie ohne Haken am Ende einfach ins Boot buxieren kann.

Nun zu den zeitgemäßen Fangmethoden. Aale lassen sich am besten auf Grund oder Posenmontagen überlisten. Aale sind dank ihres guten Geruchs und Geschmackssinnes relativ leicht zu überlisten. Köder, die sehr duftverströmend sind, lieben sie. Verschiedene Würmer, Maden oder Köderfische nehmen sie sehr gerne. Aber auch andere Köder wie Hühnchenleber oder Hühnchenherzen fangen Aale sehr gut. Das Angeln mit verschiedenen Dips wie zum Beispiel ein in Leberextrakt gedippter Wurm lässt Aale aus ihren Verstecken kommen. Wer will, kann auch mit Futterkorb angeln, in dem sich zerkleinerte Fischstückchen oder andere Leckerbissen befinden, um die Aale an die Stelle zu locken. Generell fressen Aale so ziemlich alles, was am Gewässer kreucht und fleucht. Hierzu gehören auch Schnecken, Käfer, Heuschrecken und anderes Getier.

Wer auf Aal angelt, sollte seine Materialen nicht so fein wählen. Aale sind nach dem Biss meist darauf aus, sich in ihren Unterschlupf zurück zu verkriechen. Deshalb sollte der Drill zielgerichtet auf das aus dem Wasser Bringen des Aales gerichtet sein. Hat der Aal es in Gehölz oder andere Unterwasserhindernisse geschafft, bleibt uns Angler meist nur das Nachsehen und der Abriss des Fisches. Aale lassen sich am besten in der Sommerzeit überlisten. Stark angeschwollene Flüsse oder Bäche in Verbindung mit starken Hitzeperioden sind optimal. Auch kurz vor oder nach einem Gewitter beginnen die Aale sehr munter zu werden. Sind einige dieser Bedingungen erfüllt, kann man vom „Laufen“ der Aale, damit ist das Umherziehen nach Futter gemeint, sprechen.